31. Dezember 2017

Das Sozialticket ist keines!

Das Sozialticket, kaum eingeführt, ist schon wieder abgeschafft. Zwar firmiert das neue preisreduzierte ÖPNV-Ticket für arme Menschen noch immer unter dem Titel „Sozialticket“, jedoch verdient es das bei einem Preis von 39,- €/Monat nicht im Geringsten. Kein Geringverdiener oder Bezieher niedriger Renten wird sich auf diesen „Deal“ einlassen. In Relation zur Hartz-IV-Regeltorte liegt dieses Ticket 13,23 € über dem, was armen Menschen für die Ausgabegruppe „Verkehr“ zusteht. Wie man von diesen 25,77 € ein 39 € teures Ticket kaufen soll, sollte uns einmal der Wirtschaftsexperte der Union erklären. Die Kosten für dieses „Sozialticket“ werden auf 451.000 €/Jahr geschätzt.

Dafür hat die Stadt beschlossen, allen Schülern einen Zuschuss für das Schülerticket zu zahlen. Ein Bonus in dessen Genuss auch Zahnarztsöhne und Millionärstöchter und sonstige Gutverdienereltern kommen – eine Zielgruppe die man schwerlich als subventionsbedürftig wird einstufen müssen. Hier zeigt die „Ganz Große Koalition“ der Stadtregierung deutlich, auf welcher Seite sie steht. Die Kosten für dieses Ticket belaufen sich voraussichtlich auf 1 Mio. €/Jahr! 

Würde man die Hälfte dieser Kosten noch auf die Zuschüsse des „Sozialtickets“ drauflegen, könnte man den armen Menschen in dieser Stadt tatsächlich ein ÖPNV Ticket bieten, das diesen Namen verdient hat. Die darüber hinaus eingesparten 500.000 € wären sicherlich in Planstellen für Schulsozialarbeit besser und vor allem nachhaltiger angelegt. Eine weitere Dauerbaustelle ist die Kinderbetreuung in Augsburg. Trotz des Sozialreferenten Kiefer (SPD) hinkt Augsburg mit seinen verfügbaren Kitaplätzen dem Bedarf meilenweit hinterher! Anstatt in städtischer Regie selbst Kitas zu bauen und zu betreiben wartet man weiterhin auf private Träger. Dies sei, glaubt man der „gaGroKo“ in Augsburg, die logische Schlussfolgerung aus dem Subsidiaritätsprinzip. „Quatsch!“ meint unsere Stadtrat Otto Hutter – „hier muss die Stadt selbst aktiv werden und überall dort, wo Plätze benötigt werden, müssen diese von der Stadt bereitgestellt werden!“ 
 

Quelle: http://www.augsburg.die-linke-bayern.de/politik/meldungen/detail/artikel/das-sozialticket-ist-keines/